Inhaltsverzeichnis

wiki-artikel-typ: 2 (Info-Artikel)

Die Konservierung von Lebensmitteln verhindert oder verzögert Zersetzungsprozesse und sorgt deswegen dafür, dass ein Lebensmittel länger für den Menschen verzehrbar ist.

Einleitung: Was steckt hinter der Zersetzung von Lebensmitteln?

Zersetzung von Lebensmitteln bedeutet, entgegen dem ersten Anschein des Wortes nicht immer, dass Inhaltsstoffe sich in kleinere Teile auflösen (das ist nur der Ursprung des Begriffs). Das Wort umfasst vielmehr ganz allgemein Veränderungen des Lebensmittels, die für die Genießbarkeit nachteilig oder bedenklich sind, und es gibt eine Vielzahl davon: physikalischen Zerfall, Anreicherung mit unerwünschten Stoffen, chemische Umwandlung von Stoffen in andere, mikrobiologischer Abbau von Stoffen oder Zusammensetzung zu anderen, unerwünschten Endprodukten.

Zu den physikalischen Veränderungen von Lebensmitteln gehört das Austrocknen - also der Verlust von Wasser im Lebensmittel. Es gibt aber auch das Gegenteil, die sogenannte Quellung, bei der das Lebensmittel mehr Wasser bzw. mehr Feuchtigkeit aufnimmt und dadurch ungenießbar wird (z.B. feucht gewordenes Kaffeepulver oder Mehl).

Eine dritte Art der physikalischen Zersetzung ist die Phasentrennung, bei der sich verschiedene Stoffe in einem Lebensmittel voneinander trennen. Das geschieht zum Beispiel bei Joghurt oder Senf, wenn sich Flüssigkeit oben sammelt und unten eine feste, zähe Masse übrig bleibt.

Andererseits gibt es die chemische Zersetzung, bei der Inhaltsstoffe eine Lebensmittels durch andere Stoffe chemisch verändert werden. Zum Beispiel kann Sauerstoff ein Lebensmittel oxidieren und dadurch unbrauchbar machen. Bei der Hydrolyse reagieren Inhaltsstoffe chemisch mit Wasser, und es entstehen andere Stoffe, die oft ungesund sind oder zumindest unangenehm schmecken; das passiert zum Beispiel bei der Hydrolyse von Fettsäuren, die zu ranzigem Fett führen kann.

Nicht immer kommen die Stoffe dabei von außerhalb: in biologischen Zellen gibt es Enzyme, welche die Autolyse auslösen, d.h. den Zerfall nach dem Tod der Zelle. Lebensmittel, die aus Pflanzen oder Tieren hergestellt werden, können also durchaus auch gut verpackt verderben (im Gegensatz zu manchen Tierprodukten wie etwa Milch und Honig; und im Gegensatz zu nicht-organischen Lebensmitteln wie z.B Salz, Zucker und Essig).

Entscheidend für die Zersetzung von Lebensmitteln sind auch Mikroorganismen wie Fäulnisbakterien, Schimmel- und Hefepilze. Sie sind immer dann aktiv, wenn ein Lebensmittel biologisch abbaubar ist - und das sind fast alle. Sehr viele Lebensmittel bringen bereits Mikroorganismen mit wie z.B. Schimmelkäse.

Dabei kommt es aber immer darauf an, welche Mikroorganismen vorhanden sind. Denn nicht alle Mikroorganismen verderben ein Lebensmittel, manche werten es sogar auf. In diesem Fall können Mikroorganismen sogar bei der Konservierung helfen, indem sie anderen, unerwünschten Arten keinen Lebensraum übrig lassen und sie dadurch verdrängen.

Konservieren

Lebensmittel können sich also auf vielfältige Weise zersetzen, wenn sie nicht gegen äußere Einflüsse, aber auch gegen innere Entwicklungen geschützt werden. Konservieren bedeutet, jeglichen Einfluss und jede Veränderung des Lebensmittels zu verhindern oder stark zu verlangsamen, wenn dieser Einfluss oder diese Veränderung das Lebensmittel ungenießbar machen kann.

Das Konservieren dient also dazu, das Lebensmittel möglichst lange haltbar zu machen.

Dabei führt allerdings meistens das Konservieren selbst auch zu Veränderungen. Geschmack, Konsistenz und Aussehen können sich ändern (etwa wenn man aus einem festen Apfel, ein weiches Apfelmus macht). Auch ein gewisser Verlust an Vitaminen und Aroma (also Geschmack) ist häufig nicht vermeidbar. Außerdem muss man meistens einiges an Energie aufwenden, um ein Lebensmittel haltbar zu machen (z.B. zum Kochen, Einfrieren oder Dörren).

Man muss also oft Haltbarkeit, Nährstofferhaltung, Geschmackserhaltung und Wirtschaftlichkeit des Verfahrens (Energieverbrauch) gegeneinander abwägen. Je nach dem zu konservierenden Lebensmittel sind unterschiedliche Verfahren geeignet zur Konservierung, oft auch eine Kombination von Verfahren.

Dabei sind in verschiedenen Kulturen sehr viele und zum Teil sehr unterschiedliche Wege der Konservierung entstanden, oft auch beeinflusst von den technisch-wirtschaftlichen Möglichkeiten und den klimatischen Bedingungen eines Lebensraums.

Dieselben Verfahren können durchaus in verschiedenen Kulturen für unterschiedliche Lebensmittel angewendet werden. So ist für die meisten Menschen in Mitteleuropa die Vorstellung ziemlich ekelerregend, Fisch vor dem Essen verschimmeln zu lassen, wie es in Schweden Tradition ist („Surströmming“), während sich viele Menschen in Ostasien fragen, warum man in Mitteleuropa dasselbe mit Milch macht („Käse“). Obst wird im feuchten Mitteleuropa meist in Wasser eingelegt, im trockenen nordafrikanischen Maghreb und in den Wüstengebieten der arabischen Halbinsel dagegen meist getrocknet.

Es gibt 5 hauptsächliche Verfahren der Konservierung:

  1. Einkochen - Abtötung von Mikroorganismen und anschließender Schutz gegen eindringende Stoffe
  2. Einlegen - Schutz gegen Luft und darin enthaltene Stoffe (u.a. Sauerstoff)
  3. Fermentieren (oder Räuchern) - Umwandlung zu chemisch stabileren, weniger anfälligen Stoffen, ggf. auch mit Hinzufügung von schützenden Mikroorganismen
  4. Dörren (Trocknen) - Entzug von Wasser und damit der Lebensgrundlage für Mikroorganismen
  5. Einfrieren (oder kühl lagern) - Lähmung von Mikroorganismen; Lähmung von Wasser als Reaktions-Stoff (durch Gefrieren)

Die Verfahren werden jetzt im Einzelnen vorgestellt. Denkbar sind immer auch Kombinationen von Verfahren. Zum Beispiel kann man Gemüse kochen und dann mit Flüssigkeit bedeckt abfüllen (1. + 2.) oder Obst trocknen und dann luftdicht und kühl aufbewahren (4. + 2. + ggf. 5.)

1. Einkochen

Einkochen (auch „Einmachen“) ist eine physikalische Methode, Lebensmittel durch Erhitzen und hermetisches Abdichten zu konservieren.

Das zu konservierende Lebensmittel wird erhitzt, um Mikroorganismen abzutöten, und dann heiß abgefüllt. Man kann auch das Lebensmittel erst abfüllen und dann die Flaschen oder Gläser erhitzt (gemächlich, damit die Gläser nicht zerspringen), am besten in heißem Wasser oder im Backofen.

Die Deckel funktionieren dabei wie Ventile: Nach dem Abfüllen befindet sich im Glas ein wenig heiße Luft. Sie beginnt sich bald abzukühlen, dabei sinkt der Luftdruck, und der Deckel wird an das Glas gesaugt. Er schließt dann das Glas luftdicht ab. So können keine Bakterien oder Pilzsporen mehr hineingelangen.

Vorteile und Nachteile

Das Einkochen ist als Konservierungsmethode besonders einfach und damit auch unter den Bedingungen eines Privathaushalts - und ohne viel Übung und Erfahrung - praktisch und leicht machbar. Außerdem erfordern die Lebensmittel danach keine außergewöhnlichen Lagerbedingungen wie zum Beispiel besonders kühle oder trockene Räume.

Nachteil gegenüber anderen Verfahren ist, dass nur eine Temperatur von 100 °C erreichbar ist. Professionelle Ausrüstung wie etwa ein Autoklave oder ein industrieller Ofen für Konservendosen sorgen natürlich für noch bessere Haltbarkeit. Außerdem werden dem Lebensmittel zwar im Moment des Abfüllens „gute Startbedingungen“ mitgegeben, es wird aber danach nicht mehr aktiv geschützt wie zum Beispiel durch Bakterien beim Fermentieren.

Was für Gläser sind geeignet?

Geeignet sind nur Gläser, die luftdicht verschließbar sind. Durchaus gut geeignet sind Gläser mit einem Metalldeckel, der eine Gummischicht im Deckel hat. Ohne Gummischicht allerdings funktioniert es nicht: Metall oder Hartplastik direkt aufeinander reicht meistens nicht für einen luftdichten Abschluss.

Länger haltbar sind Lebensmittel in richtigen Einmachgläsern (auch Einweck-, Rex-, Einkoch-, Konfi- oder Weckgläser genannt), bei denen man einen speziellen Einmach-Gummiring unter den Deckel oder die Verschlusskappe legt. Der Deckel wird dann mit einem Bügel oder einer Klammer aus Federstahl angedrückt; er kann später entfernt werden, sobald das Glas abgekühlt ist.

Was kann man einkochen und bei welcher Temperatur?

Als Einkochgut eignen sich Obst, Gemüse, Pilze oder Fleisch bzw. daraus bestehende Gerichte, außer wenn sie besonders hitzeempfindlich sind. Sogar Kuchen kann in Einmachgläsern gebacken und zugleich haltbar gemacht werden (Glaskuchen).

Die richtige Temperatur ist für unterschiedliche Lebensmittel durchaus etwas unterschiedlich. Hierzu gibt es im Internet viele Tabellen und Ratgeber. Als einfache Faustregel kann man sagen, dass eiweißreiche Lebensmittel höhere Einkochtemperaturen erfordern. Tierische Lebensmittel sollten immer auf 100°C erhitzt werden, Gemüse auf 90-100°C, dagegen Obst nur auf 80-90°C.

Die Temperatur muss so lange gehalten werden, bis der Inhalt durcherhitzt und sterilisiert ist. Das hängt entscheidend von der Größe ab, in die man die Lebensmittel vorher schneidet: kleine Stücke werden schneller komplett heiß, große benötigen länger.

Vorbereitungen

Damit das Einkochen so klappt, muss man ein paar Dinge vorbereiten.

Wie geht es ?

Man kann die Lebensmittel auch kalt abfüllen und dann das ganze Glas in einem Wasserbad (dafür gibt es auch spezielle Einkochtöpfe) erhitzen bis zur notwendigen Temperatur. Man muss auch hier wieder darauf achten, dass die Temperatur lange genug gehalten wird, um auch das Innere der Lebensmittel zu erreichen.

Ein Backofen ist ebenfalls geeignet, um die gefüllten Einkochgläser zu erhitzen. Die trockene Hitze kann aber den Gummiringen zusetzen und ist daher etwas weniger empfehlenswert. Außerdem ist die Methode für manche Lebensmittel etwas schwieriger: den Zeitpunkt, an dem die Gläser ausreichend erhitzt sind, kann man nur daran erkennen, dass Blasen im Glas aufsteigen. Das geschieht jedoch erst bei 100 Grad, eine Temperatur, die zum Beispiel für empfindliches Obst bereits zu hoch ist.

Wie lange hält sich das Eingemachte?

2. Einlegen

Einlegen ist eine Möglichkeit, Lebensmittel zu konservieren und zu würzen. Die Lebensmittel werden zum Beispiel mit einem würzigen Essigsud oder mit Salzwasser vollständig bedeckt. Auch andere Einlege-Flüssigkeiten sind denkbar: in Italien und anderen Mittelmeerländern werden Nahrungsmittel auch in Olivenöl eingelegt. Den Sud kann man nach eigenen Vorlieben mit allen möglichen Kräutern und Gewürzen verfeinern.

Das Einlegen von Lebensmitteln war bis zur Erfindung moderner Kühlschränke in fast allen Kulturen ein unverzichtbarer Weg, um Lebensmittel haltbar zu machen. Deswegen gibt es in fast allen Kulturen eine große Tradition mit zahlreichen eingelegten Gerichten, die oft das oder eines der “Nationalgerichte” bilden.

Einlegen ist eine Vorform zum Fermentieren, das im nächsten Abschnitt beschrieben wird. Auch beim simplen Einlegen kann in manchen Fällen ein Fermentationsprozess starten, meistens aber eher unabsichtlich oder zumindest, ohne dass er aktiv gefördert wird. Meistens aber besteht die konservierende Wirkung einfach darin, dass die Lebensmittel in einem sauren oder sehr salzigen Milieu aufbewahrt und dadurch vor der Wirkung von Mikroorganismen geschützt werden.

Was für Behälter sind geeignet?

Geeignet sind alle Behälter, die man luftdicht verschließen kann - allerdings ohne Unterdruck wie beim Einkochen. Deswegen sind einfache Gläser mit Schraubdeckel nicht so gut, zumindest nicht, wenn man den Deckel verwendet. Man kann aber quasi jedes Glas verwenden und es mit Frischhaltefolie verschließen, die man unterhalb der Öffnung mit Gummiringen oder Schnüren sehr fest zubindet. Es gibt auch speziell geeignete Einmachhaut, die man statt der Folie verwenden kann.

Noch besser sind große Tontöpfe geeignet, die extra zum Einlegen gedacht sind. Ihr Rand besteht aus zwei einzelnen Rändern mit einer Rille dazwischen, in die der Deckel gesetzt wird. Wenn man in diese Rille etwas Wasser füllt, dann kann keine Luft mehr eindringen, sobald der Deckel drauf sitzt.

Generell sind eher große als kleine Gläser geeignet, da man sehr sorgfältig dafür sorgen muss, dass die Lebensmittel von der Flüssigkeit bedeckt sind. Bei kleinen Gläsern kann man daher nur vergleichsweise wenig hineinlegen.

Was kann man einlegen?

Zum Einlegen eignet sich vor allem Gemüse, aber auch Fisch und Eier. Obst ist etwas weniger geeignet, weil es meist weder mit saurem Gewürzsud noch mit Salzwasser besonders gut schmeckt. Auch Fleisch kann man einlegen als Salzfleisch (Pökelfleisch) oder Sauerfleisch.

Besonders gut geeignet und beliebt sind zum Beispiel Gurken, Kürbis, Maiskölbchen, Perlzwiebeln, Rote Bete und Kohl-Gemüse, auch Salat, außerdem Hering und Eier.

Vorbereitungen

Wichtig beim Einlegen ist vor allem Sauberkeit und sorgfältiges Arbeiten.

Wie geht es ?

Wie lange hält das Eingelegte?

Unter guten Lagerbedingungen können eingelegte Lebensmittel bis zu einem Jahr halten. Nach dem Öffnen sind sie aber am besten im Kühlschrank aufgehoben, weil dann ja neue Mikroorganismen eindringen konnten. Außerdem sollte man sie dann innerhalb von einigen Tagen verbrauchen.

Wenn die Lebensmitteln in sehr großen Behältern eingelegt wurden, dann kann man sie auch nach dem Öffnen in mehrere kleinere Gläser umfüllen, so dass man immer nur ein Glas angebrochen hat und die anderen weiter verschlossen lassen kann (aber auch diese im Kühlschrank, denn sie waren ja einmal offen).

Natürlich kann es immer passieren, dass der Inhalt eines Behälters verdirbt. Man erkennt das recht zuverlässig beim Öffnen an einem stechenden Geruch oder einem unangenehmen Geschmack (Nase-Mund-Test). Auch eine starke Trübung des Suds ist ein Zeichen, dass man eventuell vorsichtig sein muss und das Eingelegte vor dem Essen nochmal genau prüfen sollte.

3. Fermentieren

Fermentation oder Fermentierung ist ein Sonderfall von Einlegen, bei dem biologische Zellkulturen oder Enzyme (Fermente) genutzt werden, um organische Stoffe in Säure, Gase oder Alkohol umzuwandeln. Diese Umwandlungen finden natürlicherweise vor allem innerhalb anderer Lebewesen statt. Fermentation wird aber bewusst angewendet zur Umwandlung organischer Materie außerhalb lebender Organismen, d.h. bei der Verarbeitung von Lebensmittel.

Dafür können die Zellkulturen oder Fermente bewusst zugegeben werden. Die meisten Lebensmittel enthalten sie aber schon selbst, außerdem können sie aus der Umgebung hinzukommen (z.B. die „Lufthefe“). Daher kann eine Fermentierung oft auch ohne Zugaben starten („Spontangärung“).

Dennoch werden gerade in der industriellen Fermentation Reinzuchtzellkulturen zugegeben, um die Fermentation besser zu kontrollieren und unerwünschte Nebenprodukte auszuschließen.

Biologische Zellkulturen wie z.B. Bakterien oder Pilze wandeln einen Stoff durch ihren natürlichen Stoffwechsel um, d.h. sie „fressen“ einen Stoff und scheiden andere Stoffe aus. Fermente dagegen wandeln normalerweise innerhalb eines Lebewesens Stoffe in andere um. Das wird aus Sicht des Lebewesens als „enzymkatalysierter Stoffwechsel“ bezeichnet.

Was bringt Fermentation?

Was kann man fermentieren, und wie geht es?

Zum Fermentieren eignet sich eigentlich jedes Gemüse. Zutaten, Behälter und die Verarbeitung sind nahezu dieselben wie beim Einlegen, nur dass man das Gemüse in etwas weniger Flüssigkeit einlegt und mehr im eigenen Saft ziehen lässt.

Worauf muss man besonders achten?

4. Dörren (Trocknen)

Dörren ist das Konservieren von Lebensmitteln durch Lufttrocknung. Dörren ist vermutlich die älteste Konservierungsmethode überhaupt, da sie die einfachste darstellt: man muss dafür ein Lebensmittel nur so ausbreiten oder aufhängen, dass warme Luft an alle Stellen des Lebensmittels gut hinkommt. Danach kann man das Lebensmittel einfach sich selbst überlassen.

Für industrielle Anwendungen werden heutzutage meist raschere Trocknungsverfahren wie die Gefriertrocknung oder die Sprühtrocknung eingesetzt. Das Dörren findet daher vor allem noch zur Trocknung kleinerer Lebensmittelmengen im landwirtschaftlichen oder haushaltlichen Rahmen Anwendung.

Was bringt Dörren?

Ziel des Dörrens ist die Dehydrierung. Es geht also darum, den Lebensmitteln so viel Wasser wie möglich zu entziehen. Damit wird den Mikroorganismen, die ein Lebensmittel zum Verderben bringen könnten, die Lebensgrundlage entzogen. Die Haltbarkeit der Lebensmittel verlängert sich entsprechend, meistens sogar sehr stark.

Man kann sagen, dass die meisten Bakterienarten sich ab einem Wassergehalt von weniger als 35 Prozent nicht mehr vermehren. Viele Schimmelpilze dagegen sind noch bis zu einem Wassergehalt von 15 Prozent zersetzend tätig, darunter sind sie aber auch lahmgelegt.

Beim Dörren erfolgt der Wasserentzug dadurch, dass trockene, warme Luft an den Lebensmitteln vorbeiströmt. Darin verdunstet die Feuchtigkeitsschicht an der Oberfläche der Lebensmittel. Aus dem Inneren der Lebensmittel fließt Wasser nach, welches an der Oberfläche erneut verdunstet, bis der Wassergehalt des Lebensmittels für ein weiteres Nachfließen zu gering ist. Anders als bei der Sterilisation (durch Erhitzen auf eine bestimmte Mindesttemperatur) bewirkt die warme Luft hier keine Abtötung der Mikroorganismen, sondern nur den Wasserentzug.

Was kann ich dörren?

Zu den Nahrungsmitteln, die durch Dörren konserviert werden können, gehören:

und viele andere.

Wie geht Dörren, und an welchen Orten?

Entscheidend beim Dörren sind die Wahl des richtigen Ortes und die Vorbereitung der Lebensmittel in „dörrfähigen“ Größen.

Verschiedene Möglichkeiten für das Dörren

Am einfachsten wird Nahrung gedörrt, indem sie der trockenen Umgebungsluft ausgesetzt wird.

Wie warm muss es sein? Und wie lange dauert das Dörren?

Natürlich gilt: Je höher die Temperatur der Dörrluft ist, desto schneller erfolgt die Trocknung.

Vor- und Nachteile

Wie bewahrt man Dörrgut auf?

Dörrgut muss luft- und feuchtigkeitsdicht verpackt, dunkel und kühl gelagert werden. Kommerziell hergestelltes Trockenobst wird zur Verlängerung der Haltbarkeit oft auch geschwefelt. Denn gedörrte Nahrung enthält eine Restfeuchtigkeit von 10 bis 15 Prozent. Sie kann deswegen immer noch verderben, vor allem durch Schimmelbildung.

Beim Lagern muss man an den Schutz gegen Schädlinge - von der Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) über die Korn- und Speckkäfer bis hin zu Ratten und Mäusen - denken.

Wofür verwendet man gedörrtes Lebensmittel?

5. Einfrieren

Das Einfrieren ist eine Methode zur Konservierung von Lebensmitteln, die noch relativ jung ist. Das liegt daran, dass es bis ins frühe 20. Jahrhundert keine Möglichkeit gab, Temperaturen unter 0°C zu erzeugen und dauerhaft zu erhalten. Diese Art der Konservierung gab es daher traditionell nur in einigen Nischen in Polar- oder Hochgebirgsregionen.

Im 21. Jahrhundert ist Einfrieren aber eine durchaus gute Methode der Konservierung. Mit modernen, ausreichend leistungsfähigen Tiefkühlgeräten, die das Lebensmittel relativ schnell herunterkühlen und gefrieren lassen, kann meist ein Großteil der wertvollen Inhaltsstoffe erhalten werden. Und auch beim Energiebedarf steht man mit modernen Geräten meist nicht schlechter als bei anderen Konservierungsmethoden wie Dörren oder Einkochen.

Eine ausführliche Anleitung zum richtigen Einfrieren und Auftauen findet sich im Artikel kuhlschrank-management_einfrieren_und_auftauen.


Artikel von:   AG Hygiene - Austausch und (Fach)Wissen   (Kontakt)

Letzte Überarbeitung am 21.11.2020